10 Thesen zum kreativen Darstellen (Visual thinking) und bildhaften Denken

Ein sehr guter Blogbeitrag von Dan Roamhat mich dazu bewegt, seine 10 + 1/2 Thesen sehr frei, mit meiner Sichtweise, meinen Worten und Zeichnungen zu übersetzen.

Ob wir durch Skizzen und bildhaftem Denken nun alle Probleme lösen können, das weis ich nicht. Das wir aber alle Zeichnen können und das die besten Ideen bei einem Bier auf einer Serviette entstanden sind, da steh ich dazu.

1. Jedes Problem kann mit einem Bild gelöst werden.

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Es ist vollkommen egal um was es sich handelt: strategisch, finanziell, persönlich, etc. Wenn ich es mir vorstellen kann, dann kann ich es auch zeichnen. Durch das Zeichnen sehen wir dann verborgene Aspekte. Einen Versuch ist das Zeichnen immer wert. Denn wenn ich keine Lösung finde, dann gibt es vielleicht keine – ich habe auf alle Fälle eine bessere Sicht auf das Problem.

2. Jeder sagt erst einmal „Ich kann doch gar nicht malen, aber….!

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Wenn Sie glauben nicht malen zu können, dann sind Sie in guter Gesellschaft. Die einzige Bevölkerungsgruppe, die sich sicher ist malen zu können sitzt im Kindergarten. Aber warten Sie, waren Sie nicht auch mal im Kindergarten? Es ist nun mal Fakt, dass wir alle geborene bildhafte Denker sind. Wenn meine Vorstellungskraft groß genug ist, in einem dunklen Raum nicht zu stürzen, sollte ich mit meiner Vorstellungskraft auch alle Probleme lösen können?!

3. Vermeidet auf Stoff zu malen.

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Das Kernproblem aller „Servietten-Skizzen“ ist, man weis nie wann eine Idee entsteht, oder wann man an einem Problem arbeitet. Eine Papier Serviette ist ein toller Untergrund, besonders da man diese meistens in Bars und Cafés findet, Plätze die vor Ideen nur so sprudeln. Aber was mache ich in einem guten Restaurant? Einem „ordentlichen“ Platz? Da lohnt es sich immer ein kleines Notizbuch und einen Stift dabei zu haben. (Oder wie in meinem Falle die richtige Zeichen-App auf iPad und iPhone zu haben)

4. Machen wir einen Anfang. Malen einen Kreis und geben ihm einen Namen.

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Das Schwierigste ist der Anfang auf einem leeren Blatt. Drum malen wir einen Kreis in die Mitte und geben ihm den Namen der uns zuerst in den Sinn kommt: „Ich“, „Du“, „Heute“, „Gestern“, usw. Was ist nicht wirklich relevant. Die Hauptsache, wir haben einen Anfang.

5. Stellen wir uns unsere „Standard Sechs“ zusammen:

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Alles was wir jetzt noch brauchen sind unsere „Standard Sechs“, welcher Rahmen unterstützt uns am sinnvollsten bei der Lösung unseres Problems?
1) ein Portrait für ein „Wer“ oder „Was“ Problem
2) eine Tabelle für ein „Wie viel“ Problem
3) eine Karte für das „Wo“ Problem
4) eine Zeitschiene für das „Wann“ Problem
5) ein Flussdiagramm für das „Wie“ Problem
6) ein vielfältig variables Szenario für das „Warum“ Problem
Mit diesem Werkzeug können wir uns an jedes Problem wagen.

6. Geben Sie ihrem Problem ein Gesicht!

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Wir Menschen reagieren auf Menschen. Gesichter und Strichmänchen, auch wenn sie noch so rudimentär gezeichnet sind, erzeugen ein Gefühl des Erkennens, sich wiederfindens, Identifizierens. Egal was man erreichen möchte, mit Skizzen von Menschen bezieht man die Menschen vorm Bild einfach besser mit ein. Und meistens motiviert dieses „unperfekte“ „gerade im Entstehen“ das Umfeld zum Mitmachen und Einbringen.

7. Nutzen Sie jeden archaischen, unbewussten Trigger den sie können!

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Unser Unterbewusstsein erkennt Dinge schneller, als wir es sehen. Das verdanken wir der Evolution und unserer Erfahrung. Wir ordnenden Formen und Farben zu, verknüpfen Punkte zur Orientierung, Assoziieren Dinge schon lange bevor wir uns dazu Gedanken machen. Nutzen wir diese Fähigkeit. Versuchen wir schon viel unseres Problems über diese kognitiven Kreise zu verarbeiten, damit unser Geist, unser Gehirn Platz und Raum hat kreativ an der Lösung unseres Problems zu arbeiten.

8. Zeichnen sie laut, und löschen Sie um so lauter!

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Reden Sie! Auch wenn es immer heißt „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ kommentieren Sie Ihre Zeichenfortschritte. Sagen Sie was Sie tun, auch wenn es noch zusammenhanglos scheint. Und wenn Sie etwas löschen, ausradieren oder streichen, dann sagen Sie es laut! Gerade die Kombination aus Gestaltung und Erzählung kann magisch sein.

9. Nicht das schon vorhandene zeichnen, sondern was in uns drin ist!

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jeder von uns hat seine eigene Vorstellung wie etwas aussieht. Hier geht es aber nicht darum Kunst zu gestalten, oder Anderen zu zeigen wie etwas in der realen Welt aussieht, sondern wie es in uns drin aussieht. Unser Hehirn, unser Unterbewusstsein ist ein Meister im Problemlösen. Wir haben diese Lösung schon in uns drin, wir müssen sie nur heraus locken, sprich zeichnen. Es ist ganz egal wie das Bild aussieht, es kommt nur drauf an was es zeigt.

10. Machen Sie einen Punkt!

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Vergessen Sie nicht zum Schluss noch einen Punkt zu machen. Geben Sie dem Bild einen Titel, eine Überschrift. Markieren Sie den Punkt wo sich die Lösung abzeichnet. Quetschen Sie noch das letzte Quentchen raus aus dem Bild, es lohnt sich!

zu guter Letzt: seien Sie ehrlich mit sich

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So gut wir komplexe Dinge mit Bildern gut und schnell erfassen, so bleiben uns aber auch die falschen Bilder wie Kaugummi am Schuh kleben. Der Schuss kann also auch nach hinten losgehen. Bleiben Sie sich treu, vertrauen Sie sich und bleiben Sie ehrlich zu sich.

warum ich die Thesen so gut finde, ich sie hier übersetzt habe und was sie in meiner Arbeit bedeuten

Zwei grundlegende Aspekte meiner Arbeit treffen sich hier. Zum einen mein Coaching mit systemischen Ansatz. Hier gehe ich davon aus, dass die Lösung in meinem Coachee drin steckt, das er es schon weis, nur noch nicht heran kommt. Da helfen Fragen und auch das aufmalen/aufschreiben. Also die Lösung eines Problems sichtbar machen. Der zweite Aspekt ist Themen und Wissen leicht und sichtbar zu verpacken. Hier stimmt der schon mal genannte Satz “ ein Bild sagt mehr als tausend Worte“. Dazu noch anderen Menschen Hilfestellungen zu geben, das. Zeichnen/Malen nicht wirklich schwer ist, sondern nur der erste Schritt gemacht werden darf.

Wer sich stärker mit dem Thema Zeichnen und Malen zum Sichtbar machen von Lösungen und Themen interessiert, sollte sich für mein Tagesseminar der Tölzer Seminar Akademie am 9. Mai vormerken. Besser noch dafür anmelden 😉

Die Bilder hier im Artikel habe ich alle mit der App „paper“ auf dem iPad mit meinen Fingern gezeichnet. Ganz schnell und einfach.

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